Fluthilfe

5 Jahre nach der Flut: Rückblick und Standortbestimmung

 

Am 14./15. Juli 2026 jährte ich zum fünften Mal das Hochwasserereignis, das im Jahre 2021 in Wuppertal-Beyenburg, in Solingen-Unterburg und mehreren Hofschaften entlang der Wupper auf Solinger Stadtgebiet schlimme Verwüstungen angerichtete.

Neben großen materiellern Schäden, die teilweise bis heute noch nicht gänzlich behoben sind, bedeutete die Katastophe für die meist im Schlaf überraschten Menschen nicht nur einen vorübergehenden Schock, sondern im Kampf um den Wiederaufbau von Häusern und Wohnungen auch jahrelangen Stress und eine enorme psychische Belastung. Viele Menschen in den Flutgebieten leiden darunter bis heute.
Die Fluthilfe der Caritas war vom ersten Tag an in den Hochwassergebieten in Beyenburg und entlang der Wupper in Solingen an der Seite der Betroffenen. Sie hat zunächst beim ersten Aufräumen geholfen, hat gemeinsam mit den Blaulichtorganisationen die Versorgung gesichert, Spenden weitergeleitet und dann sehr schnell die Bürgerinnen und Bürger bei Antragstellungen uf Entschädigungen und zum Wiederaufbau geholfen. 
Bis heute finanziert die Caritas eine professionelle Fluthilfekoordination. Ihre Aufgabe hat sich im Laufe der letzten Jahre weiter entwickelt. Zwar ist das "Antragsgeschäft" noch immer nicht abgeschlossen, doch geht es heute mehr um die psychosoziale Unterstützung der Betroffenen und um die Stärkung des Gemeinwesens. 

 


Stephanie Kalter: Ein persönliches Resümee

  • Über 200 Menschen unterstützt bei Beratung zur Wiederaufbauhilfe
  • Unzählige Gespräche, Telefonate, Hausbesuche – oft weit über die klassische Beratung hinaus
  • In der Flutnacht wurden Ziegen und Hühner in die erste Etage eines Wohnhauses geführt, um sie zu (be-)schützen
  • Mehr als 35 verschiedene Hunde und Katzen kennengelernt bei den Hausbesuchen
  • Mehr als 30 Kerzen für besonders schwere Fälle in Kirchen angezündet
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  • 18 Notizbücher vollgeschrieben
  • 1.000 Blatt Papier? Eher das fünffache….
  • Mehr als 30.000 WhatsApp-Nachrichten
  • Hunderte Baustellen besucht
  • Mehr Keller betreten, als Speicher
  • Manche Beratung dauerte nur 15 Minuten, andere mehrere Stunden
  • Knapp 10 Veranstaltungen zu Starkregen und Prävention
  • Über 50 Kinder mit den Angeboten im Zirkuswagen erreicht
  • Über 100 Ehrenamtliche begleitet
  • Viele Netzwerktreffen mit Kommunen, Behörden, Politik, Partnern, Feuerwehr, etc.
  • Unzählige Taschentücher gereicht
  • Aus Fremden wurden Nachbarn – aus Nachbarn wurden Freunde
  • Oft war ein Gespräch wichtiger als jeder Antrag
  • Mehr Baustellen betreten, als Baumärkte
  • Mehr Mut zugesprochen als Regenschirme verschenkt
  • Unsere wichtigste Arbeitskleidung? Ein offenes Ohr
  • Unbezahlbar viele wichtige Geschichten gehört, miteinander geschwiegen, miteinander gelacht, und auch miteinander geweint – deshalb mit ganzem Herzen dabei
  • Unzählige Umarmungen
  • Mehr Hoffnung geteilt als Formulare
  • Schokolade, Kekse und Gummibärchen zur Nervennahrung
  • 0 Menschen aufgegeben
  • 99 % unserer Gespräche beginnen mit „Wie geht’s ihnen/dir?“
  • Mindestens 1 mal täglich heißt es: „Dafür sind wir da!“
  • Über 100 Danke-Fliesen wurden in Solinger Flutgebieten verteilt, dafür ist mindestens 1 Kilometer Plotterfolie verbraucht worden 😉
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Zum Rückblick gehört auch Dankbarkeit


Dankbarkeit für unermüdliche Helfer, für neue Freundschaften, fürs Überleben, für neu gespürten Zusammenhalt, für Verlässlichkeit, für nicht endende Hoffnung, für trocknende Sonnenstrahlen, für Zuhörer, für ein Lächeln, für tröstende Worte...

Kleine Kacheln, verteilt vom Fluthilfeteam der Caritas, erinnern an das Erlebte, machen Hoffnung und richten die Blicke dankbar und mutig nach vorne.

Radiobeiträge 5 Jahre nach der Flut zum Anhören

Aus den Zeitungen 5 Jahre nach der Flut zum Download